Garage bauen in Sachsen

Garage bauen in Sachsen

Bei der Planung eines Eigenheims ist in der Regel auch eine Garage mit dabei. Als Unterstand fürs Auto bietet sie Witterungsschutz und Sicherheit gegen Einbruch und Vandalismus. Abhängig vom Platzbedarf werden Einzel – oder Doppelgaragen geplant, wahlweise als individueller Massivbau oder als komfortable und kostengünstige Fertiggarage aus Beton oder Stahl. Beliebt sind auch angebaute Garagen, die einen direkten Durchgang ins Haus bieten. Welche Garagenkonstruktion gewählt wird, hängt eng mit dem vorhandenen Budget zusammen, aber auch damit wie viel Zeit für den Garagenbau eingeplant ist. Ein erster Schritt der Planung ist es, sich zu informieren, ob für die Garage in Sachsen eine Baugenehmigung erforderlich ist.

Ebenso wie in den anderen deutschen Bundesländern gibt es auch in Sachsen verschiedene Regelungen rund um die Errichtung von Gebäuden. Die Festlegungen sind jeweils in der Landesbauordnung zu finden. In Sachsen können Garagen bis zu einer bestimmten Größe genehmigungsfrei errichtet werden, dennoch sind auch bei den verfahrensfreien Bauwerken wie sie im § 61 der Sächsischen Landesbauordnung aufgeführt sind, die weiteren baurechtlichen und planungsrechtlichen Verordnungen einzuhalten. Denn nur in diesem Fall ist eine Garage genehmigungs- und nutzungsfähig. Kleingaragen fallen in der Regel unter den Passus der Genehmigungsfreiheit, werden größere Garagen mit mehreren Stellplätzen errichtet oder soll eine Garage mit Einliegerwohnung oder angeschlossenen Werkstatträumen gebaut werden, muss eine Baugenehmigung vorliegen. Erst wenn diese erteilt ist, darf mit dem Garagenbau begonnen werden. Für die Stellung des Antrages ist ein bauvorlageberechtigter Entwurfsverfasser erforderlich. Dieser unterschreibt den Bauantrag und ist damit auch für die ordnungsgemäße Planung und Errichtung des Gebäudes verantwortlich. Entscheiden Sie sich für den Bau einer Fertiggarage in Sachsen, können zum Teil auch die Hersteller diese Unterschrift leisten. Diese Leistung wird jeweils extra abgerechnet.

Der Bauantrag in Sachsen

Wollen Sie in Sachsen ein Haus oder ein anderes Gebäude errichten, gilt grundsätzlich, dass dafür eine Genehmigung von den Baubehörden erteilt werden muss. Für eine zügige Abwicklung des Vorgangs ist es wichtig, dass Sie den Antrag rechtzeitig vor Baubeginn einreichen und das vollständig und mit allen notwendigen Unterlagen. Die sogenannten Bauvorlagen dienen dem Bauamt dazu, die Genehmigungsfähigkeit des Gebäudes zu beurteilen. Je nach Art des Bauwerkes unterscheidet man zwischen Baugenehmigungsverfahren und vereinfachtem Baugenehmigungsverfahren. Im zweiten Fall erfolgt nur eine eingeschränkte Prüfung der Bauvorlagen, die Verantwortung für die Ausführung nach den öffentlich-rechtlichen Vorschriften liegt beim Entwurfsverfasser. Ist eine Garage geplant, dann kann der Bauantrag in folgenden Fällen entfallen:

  • Die Garage besitzt eine maximale mittlere Wandhöhe von 3m, weiterhin unterschreitet die Brutto-Grundfläche je Grundstück eine Größe von 50 m². Dies gilt nur für den Innenbereich.
  • Es liegt ein Bebauungsplan vor und die geplante Garage entspricht den Vorgaben des Plans.

Selbst wenn die Baugenehmigung für Ihre Garage in Sachsen entfällt, müssen Sie Planung und Ausführung gemäß den öffentlich-rechtlichen Vorschriften durchführen. Im Falle einer Genehmigungsfreistellung müssen die Bauvorlagen bei der Bauaufsichtsbehörde und bei der zuständigen Gemeinde eingereicht werden. Widersprechen diese oder das Bauamt nicht innerhalb von drei Wochen nach Eingang der vollständigen Unterlagen, dürfen Sie mit dem Bau beginnen.

Wird für Ihre Garage ein Bauantrag nötig, zum Beispiel, weil sie im Außenbereich gebaut werden soll oder weil die maximale Größe für die Verfahrensfreiheit überschritten wird, dann muss ein Bauantrag gestellt werden. Generell gilt in diesem Fall, dass Sie den Antrag zusammen mit dem fürs Eigenheim stellen sollten und zwar auch dann, wenn Sie Ihre Garage erst später errichten wollen. Einmal erteilt, gilt die Genehmigung für die Dauer von drei Jahren, auf Antrag können Sie diese Frist um bis zu zwei Jahre verlängern. Das ist auch rückwirkend möglich, allerdings muss dann der Antrag vor Ablauf der 3-Jahresfrist beim zuständigen Bauamt eingegangen sein.

Die Landesbauordnung für Sachsen (SächsBO) und andere Regelwerke

Neben dem für ganz Deutschland geltenden Baugesetzbuch (BauGB) haben die einzelnen Bundesländer rund um das Baurecht ganz individuelle Regelungen, die für Sachsen in der Sächsischen Bauordnung niedergelegt sind. Die Bauordnung befasst sich mit Regelungen zur Bauplanung und Bauausführung mit Schwerpunkt auf die bauordnungsrechtlichen Aspekte. Diese Schwerpunkte werden in der Sächsischen Bauordnung landesrechtlich genauer und individuell definiert. Ergänzt wird diese durch die Durchführungsverordnung zur Sächsischen Bauordnung. Wird für den Garagenbau ein Bauantrag erforderlich, müssen bestimmte Unterlagen eingereicht werden. Welche dies sind und wie sie beschaffen sein müssen, regelt in Sachsen ebenfalls die Durchführungsverordnung. Um die bauplanerischen Vorschriften beim Garagenbau in Sachsen zu erfassen, gibt es die „Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums des Innern über den Bau und Betrieb von Garagen“, kurz Sächsische Garagenverordnung (SächsGarVO). Für jedes Bauwerk relevant sind die Technischen Baubestimmungen als Sammlung von Normen und Regelwerken. Dort auf aufgeführte Auflagen und Vorschriften sind rechtlich verbindlich, dies gilt nicht für nicht aufgeführte Normen. Wird eine Garage auf die Grundstücksgrenze gebaut, kann das unter Umständen zu Ärger führen. Das Sächsische Nachbarrechtsgesetz bietet für verschiedene Fälle Vorschriften hinsichtlich des Umgangs mit Grenzwänden und Grenzbebauung.

Das Sächsische Bauordnung

Im § 2 der SächsBO wird der Garagenbegriff definiert, es handelt sich dabei um Gebäude oder Gebäudeteile, die dem zur Abstellung von Kraftfahrzeugen errichtet sind. Ebenso legt die Bauordnung fest, wann eine Garage oder ein anderes Bauwerk verfahrensfrei errichtet werden darf und welche Abstände und Abstandsflächen jeweils eingehalten werden müssen.

Die Durchführungsverordnung zur Sächsischen Bauordnung

In der Durchführungsverordnung zur Sächsischen Bauordnung sind unter anderem die Anforderungen an die einzureichenden Bauvorlagen zu finden. Der § 1 definiert, welche Dokumente zu den Bauvorlagen zählen. Dies sind insbesondere:

  • Lageplan und Auszug aus der Liegenschaftskarte
  • Bauzeichnungen
  • Baubeschreibung und Berechnungen
  • Bauphysikalische Nachweise zu Brandschutz, Schallschutz und Wärmeschutz
  • Angaben zur Erschließung und Versorgung
  • Auszug aus dem Bebauungsplan

Im vereinfachten Baugenehmigungsverfahren oder für die Genehmigungsfreistellung muss der Standsicherheitsnachweis zwar erstellt, aber nicht vorgelegt werden. Verfahrensfreie Bauvorhaben müssen mit den Bauvorlagen beim Bauamt und bei der Gemeinde in einfacher Ausfertigung eingereicht werden, dies gilt allerdings nur zur Information und nicht zur Prüfung.

Der 2. Teil der Durchführungsverordnung befasst sich mit der bautechnischen Prüfung von Bauvorhaben, der Prüfung technischer Anlagen und der Ausführungsgenehmigung für fliegende Bauten. Für den Garagenbau in Sachsen ist dieser Teil in der Regel nicht relevant.

Die Sächsische Garagenverordnung (GaStplVO))

Im § 1 der Garagenverordnung von Sachsen sind die Begrifflichkeiten rund um die Garage definiert. So wird zum Beispiel zwischen offenen und geschlossenen Garagen unterschieden. Als geschlossen werden Garagen dann bezeichnet, wenn der Anteil an unverschließbaren Öffnungen weniger als ein Drittel der gesamten Wandfläche einnimmt. Weiterhin ist zur Berechnung der Nutzfläche definiert, welche Flächen anzurechnen sind. Es handelt sich dabei um alle zusammenhängenden Verkehrs- und Einstellflächen innerhalb einer Garage. Die Größe der Nutzfläche wiederum bestimmt, in welche Kategorie das Gebäude einzuordnen ist:

  • Kleingaragen: maximal 100 m² Nutzfläche
  • Mittelgaragen: Nutzfläche zwischen 100 und 1.000 m²
  • Großgaragen: Nutzfläche von mehr als 1.000 m²

Die Größe der Nutzfläche ist unter anderem dafür relevant, welche Regeln aus der Garagenverordnung jeweils greifen, für Kleingaragen gelten im Gegensatz zu Mittel- und Großgaragen zum Teil vereinfachte Forderungen. Diese lauten wie folgt:

  • Zu öffentlichen Verkehrsflächen muss die Kleingarage einen Abstand von mindestens 3 m einhalten. Ausnahmen sind möglich, wenn die Sicht auf den Straßenverkehr nicht eingeschränkt ist.
  • Vor dem Tor der Garage muss Platz für ein parkendes oder wartendes Fahrzeug sein.
  • Einstellplätze in Garagen müssen 2,30 m breit und 5 m lang sein. Sind Seitenwände vorhanden, ist die Breite jeweils um 10 cm pro Wand zu vergrößern.
  • Trennwände von Kleingaragen zu anderen Räumen müssen feuerhemmend sein. Dies gilt nicht für Trennwände zu Abstellräumen bis 20 m², zu offenen Kleingaragen und anders genutzten Räumen oder Gebäuden.
  • Raumabschlusswände von geschlossenen Kleingaragen müssen feuerhemmend oder nichtbrennbar sein.

Garagen dürfen nur in dafür geeigneten und zugelassenen Gebäuden und Gebäudeteilen abgestellt werden. Eine Ausnahme liegt dann vor, wenn es sich bei den abgestellten Fahrzeugen um solche handelt, deren gesamter Tankinhalt 12 l nicht überschreitet. Auch Räume ohne Feuerstätten und Zündquellen sind als Abstellort zulässig.

Das Sächsische Nachbarrechtsgesetz

Wird eine Garage auf die Grenze eines Grundstücks gebaut, dann ist auch der Nachbar beteiligt, eine vorherige Absprache über die Grenzbebauung ist empfehlenswert. Unklarheit kann entstehen, wenn Sie an Ihrer Garage Arbeiten vornehmen müssen, die nicht vom eigenen Grundstück aus möglich sind. Hier greift das Hammerschlags-, Leiter- und Schaufelschlagrecht aus dem Sächsischen Nachbarrechtsgesetz. Dieses Recht sieht vor, dass Sie für Arbeiten, die nicht ohne unzumutbarem Aufwand vom eigenen Grundstück aus durchgeführt werden, das Nachbargrundstück betreten dürfen. Der Eigentümer des Grundstücks muss dies dulden, Sie sind allerdings verpflichtet, sorgfältig und umsichtig zu agieren und das Grundstück nicht zu beschädigen. Ist dies doch der Fall, ist der Nachbar berechtigt, Schadensersatz zu verlangen.

Abstandsflächen und Grenzbau

Grundsätzlich gilt laut Sächsischer Bauordnung, dass Bauwerke von der Grenze und anderen Gebäuden bestimmte Abstände einhalten müssen. Für Garagen gibt es hier einige Ausnahmen:

  • Bis zu einer Wandlänge von 9 m dürfen Garagen direkt an die Grenze gebaut werden. Insgesamt darf die Grenzbebauung eine Länge von 15 m nicht überschreiten.
  • Garagen dürfen in die Abstandsflächen anderer Gebäude und auch ohne eigene Abstandsflächen errichtet werden.

Die Regelungen für die Abstandsflächen und die Grenzbebauung von Garagen greifen dann, wenn das Gebäude eine mittlere Wandhöhe von 3 m nicht überschreitet.

Erst informieren – dann planen und bauen

Die individuellen Regelungen der Bundesländer wie auch das Baugesetzbuch sind maßgeblich, wenn es um die Planung und den Bau eines Gebäudes geht. Damit beim Bauantrag wie auch bei der verfahrensfreien Planung von Garagen alle öffentlich-rechtlichen Vorschriften eingehalten werden, sollten Sie sich im Vorfeld genau informieren. Ansprechpartner sind jeweils die Bauämter Ihrer Gemeinde. Auch die Gemeinden selbst sollten befragt werden. Zum Teil liefern die Gemeindesatzungen zusätzliche Regeln und Vorschriften. Ein Entwurfsverfasser oder auch der Hersteller Ihrer Fertiggarage kann häufig ebenfalls Auskunft geben.