Eine Garage im Bundesland Hamburg bauen

Ebenso wie in anderen deutschen Bundesländern werden Neubauten in Hamburg in vielen Fällen mit einer Garage geplant – soweit das Grundstück den nötigen Platz hergibt.

Als geschlossener Unterstand bietet die Garage nicht nur Schutz vor der Witterung, sondern ebenfalls vor Vandalismus und Einbrüchen. Dies ist in Großstädten besonders wichtig.

Je nachdem in welcher Form und Größe die Garage errichtet wird, unterscheiden sich Einfach- und Mehrfachgaragen, Massivgaragen oder Garagen mit Einliegerwohnung in der Konstruktion, aber auch hinsichtlich der bürokratischen Vorgaben.

Das gilt vor allem dann, wenn es um die Notwendigkeit einer Baugenehmigung geht. Grundsätzlich können Sie davon ausgehen, dass Anbaugaragen ans Eigenheim oder Garagen mit Einliegerwohnung genehmigungspflichtig sind.

Kleinere Einzelgaragen können dagegen häufig genehmigungsfrei gebaut werden, wenn sie bestimmte Bedingungen erfüllen. Dann darf die Garage ohne weiteren Antrag oder Benachrichtigung an die Baubehörden aufgestellt werden, muss allerdings dennoch den rechtlichen Vorschriften entsprechen. Für den Bau einer Garage in Hamburg, die unter die Baugenehmigungspflicht fällt, benötigen Sie einen in Hamburg bauvorlageberechtigten Planer.

Entscheiden Sie sich für eine Fertiggarage, dann übernehmen in einigen Fällen auch die Hersteller die Antragstellung. Das kann zum Beispiel dann sinnvoll sein, wenn das Wohngebäude bereits steht und Sie nachträglich eine Garage realisieren wollen.

Der Bauantrag in Hamburg

Abgesehen von verschiedenen Ausnahmen dürfen Bauwerke in Hamburg nur mit einer gültigen und vom Bauamt erteilten Baugenehmigung errichtet werden. Dazu wird vor Beginn ein Bauantrag gestellt. Dieser muss alle Unterlagen und Informationen erhalten, die zur Beurteilung und Genehmigung des Gebäudes für die Baubehörden relevant sind.

Wichtig bei jedem Antrag: Er muss von einem bauvorlageberechtigten Entwurfsverfasser, in der Regel ist das ein Architekt oder Ingenieur, rechtsgültig unterzeichnet werden. Eingereicht wird der Antrag in Hamburg bei der für die jeweilige Grundstücksanschrift zuständigen Stelle.

Im Bezirksamt Hamburg-Nord „Zentrum für Wirtschaftsförderung Bauen und Umwelt“ erhalten Sie auch eine (kostenpflichtige) Vorabberatung, in der alle wichtigen Punkte rund um die Umsetzbarkeit des Bauvorhabens, die Genehmigungspflicht und die grundsätzliche Zulässigkeit erörtert werden.

Je nachdem, welche Art des Bauantrags Sie stellen müssen, ergeben sich unterschiedliche Bearbeitungszeiten zwischen 1 und 3 Monaten. Für Einzelgaragen sieht die Hamburgische Bauordnung unter bestimmten Voraussetzungen Verfahrensfreiheit vor, das heißt, die Garage darf ohne weitere Genehmigungen auf dem Grundstück errichtet werden.

Voraussetzung dafür ist:

  • Dass die Garage eine Wandhöhe von 3 m nicht überschreitet und eine Bruttogrundfläche von maximal 50 m² je zugehörigem Hauptgebäude besitzt.
  • Die Garage muss im Innenbereich errichtet werden.

Ist Ihre Garage in den Abmessungen zu hoch oder zu groß oder lässt der geplante Standort die Genehmigungsfreiheit nicht zu, muss ein Bauantrag gestellt werden. In vielen Fällen ist ein vereinfachtes Baugenehmigungsverfahren nach § 61 HBauO möglich.

Hierbei prüft die Behörde nur eingeschränkt, der Entwurfsverfasser ist für die baurechtliche Zulässigkeit des Gebäudes zuständig. Sind Sie sich unsicher, können Sie auch nach § 63 einen Vorbescheid zu Ihrem Bauvorhaben beantragen. Darin werden einzelne Fragen zum Vorhaben rechtsverbindlich beantwortet. Aber Achtung: Der Vorbescheid ist keine Baugenehmigung!

Ist die Baugenehmigung einmal erteilt, besitzt sie eine Geltungsdauer von 3 Jahren. Deshalb sollten Sie auch dann, wenn Sie Ihre genehmigungspflichtige Garage erst später errichten möchten, den Bauantrag gleich mit dem für Ihr Eigenheim miterstellen. Sie haben dann ausreichend Zeit, um die Garage nachträglich auf dem Grundstück zu positionieren.

Anders als in anderen Bundesländern sieht die HBauO keine Möglichkeit der Fristverlängerung vor. Lediglich unter besonderen Umstände wie zum Beispiel dann, wenn ein Widerspruchs- oder Klageverfahren läuft, kann es zu einer Fristverlängerung kommen.

Die Hamburgische Bauordnung (HBauO) und andere Regelwerke

Das Baurecht ist bundesweit im Baugesetzbuch (BauGB) geregelt, allerdings haben auch die Länder ein Mitspracherecht, wenn es um die Bebauung im Land geht. Besondere Anforderungen und Vorgaben sind in der jeweiligen Landesbauordnung in ihrer aktuell gültigen Fassung zu finden, in Hamburg ist dies die HBauO, die Hamburgische Bauordnung.

Ebenfalls bei jedem Bauvorhaben zu beachten ist die Bauvorlagenverordnung (BauVorlVO). Wenn es ums Garagen bauen in Hamburg geht, spielt außerdem die Verordnung über den Bau und Betrieb von Garagen und offenen Stellplätzen (Garagenverordnung – GarVO) eine wichtige Rolle.

Hier werden die Garagen genau definiert, ebenso finden sich hier Angaben zu den einzelnen Bauteilen und die spezifischen Anforderungen, die diese erfüllen müssen. Ob genehmigungspflichtig oder nicht, immer müssen auch die Technischen Baubestimmungen eingehalten werden.

Die Sammlung von Normen und Richtlinien regelt, wie die Garage und ihre einzelnen Konstruktionselemente beschaffen sein müssen. Gibt es Streit mit dem Nachbarn, zum Beispiel wenn die Garage auf die Grundstücksgrenze gebaut wurde, dann gelten in Hamburg die Regelungen der Bauordnung sowie des Bürgerlichen Gesetzbuches, ein eigenes Nachbarrechtgesetz gibt es in der Hansestadt nicht.

Das Hamburgische Brandenburg

Die HBauO legt im § 2 „Begriffe“ fest, dass Garagen Bauwerke oder Teile von Bauwerken sind, die zum Abstellen von Kraftfahrzeugen errichtet wurden. Weiterhin besagt die Bauordnung, dass einzelne Stellplätze in Garagen auch als Fahrradplätze genutzt werden dürfen.

Hinsichtlich der Verfahrensfreiheit von Garagen ist der § 60 der HBauO relevant, die einzelnen Vorhaben sind in der Anlage 2 des Gesetzes aufgezählt, hier findet sich auch die genehmigungsfreie Garage.

Die Bauvorlagenverordnung für Hamburg

Jedes Genehmigungsverfahren benötigt verschiedene Unterlagen. Diese dienen dazu, dass das Bauamt das Vorhaben bewerten und über seine Genehmigungsfähigkeit entscheiden kann.

Welche Bauvorlagen eingereicht und wie diese beschaffen sein müssen, legt die Bauvorlagenverordnung (BauVorlVO) fest. In Hamburg ist es möglich, die Bauvorlagen in Papierform wie in elektronischer Form einzureichen.

Im § 3 ist festgelegt, was bei der Einreichung digitaler Bauanträge zu beachten ist:

  • Die Bauvorlagen sind als Einzeldateien einzureichen.
  • Die Einreichung erfolgt als PDF-Datei. Notizen, Kommentare und Dateianhänge innerhalb der PDF-Dateien sind nicht zulässig.
  • Der Dateiname muss selbsterklärend sein.
  • Die Größe einer Datei darf 10 MB nicht überschreiten.

Bei einem genehmigungspflichtigen Bauantrag sind einige Bauvorlagen obligatorisch. Dazu gehören Lageplan, Bauzeichnungen und Baubeschreibung sowie verschiedene Berechnungen. Zu den Bauvorlagen zählt auch der Standsicherheitsnachweis und das unabhängig davon, ob dieser beim Bauamt mit eingereicht werden muss.

Die Hamburger Garagenverordnung (GarVO)

Die Garagenverordnung der Hansestadt Hamburg definiert den Begriff der Garage und trifft darüber hinaus Festlegungen rund um die Errichtung und den Betrieb von Garagen und Stellplätzen.

Im § 2 „Begriffe“ sind Garagen je nach Nutzfläche in drei Kategorien unterteilt:

  • Kleingaragen: Nutzfläche bis 100 m²
  • Mittelgaragen: Nutzfläche über 100 m² bis maximal 1.000 m²
  • Großgaragen: Nutzfläche über 1.000 m² (zum Beispiel Parkhäuser)

Als Nutzfläche zählen alle miteinander verbundenen Stell- und Verkehrsflächen innerhalb der Garage, nicht jedoch Stellplätze und Verkehrsflächen auf dem Garagendach.

Weiterhin unterscheidet die GarVO zwischen offenen und geschlossenen Garagen, wobei es hier auf die Größe der Öffnungen ankommt. Die üblichen Kleingaragen auf Eigenheimgrundstücken sind im Allgemeinen geschlossene Kleingaragen für die einige der in der Garagenverordnung aufgestellten Regelungen und Vorschriften keine Gültigkeit besitzen.

Für die einzelnen Bestandteile der Garage sieht die Garagenverordnung in Brandenburg in jeweils separaten Paragrafen ebenfalls verschiedene Regelungen vor:

  • Zwischen Garage und der Fahrbahn öffentlicher Verkehrsflächen muss ein Abstand von mindestens 3 m vorliegen.
  • Die Abmessungen eines Stellplatzes innerhalb einer Garage müssen mindestens 2,50 m x 5 m betragen.
  • Tragende Wände in ausschließlich als Kleingarage genutzten Gebäuden sind ohne Feuerwiderstand zulässig.
  • Befindet sich die Kleingarage in sonst anders genutzten Gebäuden, dann gelten die Anforderungen an das Gebäude, die sich aus dem § 25 der HBauO ergeben.
  • In Kleingaragen dürfen maximal 200 L Dieselkraftstoff und maximal 20 L Benzin in dicht verschlossenen und bruchsicheren Behältern gelagert werden.

Besondere Regelungen gelten in Hamburg für das Abstellen von Kraftfahrzeugen in Räumen, die keine Garagen sind. Dies ist nur dann erlaubt, wenn die Tanks aller abgestellten Fahrzeuge insgesamt nicht mehr als 12 Liter Kraftstoff fassen, kein weiterer Kraftstoff in den Räumen aufbewahrt wird und die Räume weder Zündquellen noch leicht entzündliche Stoffe enthalten.

Garagen und Grenzbebauung

Für die Abstandsflächen und die Grenzbebauung von Garagen gelten die Regelungen der HBauO, § 6. Darin sind folgende Festlegungen getroffen:

  • Garagen benötigen keine eigenen Abstandsflächen und dürfen auch in die Abstandsflächen anderer Gebäude hineingebaut werden.
  • Entlang einer Grundstücksgrenze darf eine Garage auf einer Länge von bis zu 9 m angebaut werden. Insgesamt darf die Gesamtlänge der Grenzbebauung 15 m nicht überschreiten.

Diese Regeln gelten für eingeschossige Garagen und eingeschossige Gebäude ohne Aufenthaltsräume und Feuerstätten bis zu einer mittleren Wandhöhe von 3 m. Besteht für das Grundstück ein Bebauungsplan und sind dort andere Regelungen getroffen, haben diese Vorrang vor den Anforderungen aus der HBauO.

Sicherheit beim Garagenbau – Vorher informieren!

Insbesondere dann, wenn eine Garage verfahrensfrei errichtet werden darf, ist eine gründliche Vorabinformation, zum Beispiel in Form einer Bauberatung in Hamburg sinnvoll. Denn nur dann, wenn alle Vorgaben und gesetzlichen Anforderungen bekannt sind, kann die Garage genehmigungs- und nutzungsfähig sein.

Alternativ zur Eigenregie können Sie die verfahrensfreie Garage in Hamburg mit Hilfe eines Architekten oder Planers oder mit Unterstützung des Herstellers der Fertiggarage errichten und sich noch sicherer fühlen.