Garage in Brandenburg bauen: Worauf sollte ich achten?

Wird heute ein Neubau geplant, ist fast immer auch eine Garage mit dabei.

Der geschlossene Unterstand fürs Kraftfahrzeug bietet Witterungs- und Einbruchschutz und kann in verschiedenen Varianten, zum Beispiel als Einzel- oder Doppelgarage, als Massivbau oder Fertiggarage errichtet werden.

Wichtig für die Planung ist die Frage, ob eine Baugenehmigung nötig ist. Sie können davon ausgehen, dass bei Garagen, die ans Wohngebäude angebaut werden oder über eine Einliegerwohnung verfügen, in Brandenburg standardmäßig eine Baugenehmigung erforderlich ist.

Ähnlich wie in den anderen Bundesländern sind für Einzelgaragen, die bestimmte Anforderungen erfüllen, genehmigungsfrei. Das bedeutet, dass die Garage ohne weitere Anträge auf dem Grundstück errichtet werden darf. Natürlich muss sie trotzdem den bauplanungs- und bauordnungsrechtlichen Vorgaben entsprechen.

Wollen Sie eine Garage in Brandenburg bauen, die unter die Genehmigungspflicht fällt, benötigen Sie einen bauvorlageberechtigten Planer wie zum Beispiel einen Architekten. Zum Teil übernehmen diese Aufgabe auch die Hersteller von Fertiggaragen, allerdings in der Regel gegen Aufpreis.

Der Bauantrag in Brandenburg

Als Vorgabe für die Errichtung eines Bauwerks in Brandenburg gilt, dass vor Baubeginn eine Baugenehmigung erteilt werden muss. Der vorhergehende Bauantrag muss alle geforderten Unterlagen enthalten und von einem bauvorlageberechtigten Architekten oder Planer eingereicht werden.

Eingereicht und erteilt wird die Baugenehmigung bei den zuständigen Landkreisen oder kreisfreien Städten, von der Antragstellung bis zur Zusage sollten Sie in Brandenburg mindestens vier Monate Zeit einplanen. Das heißt, dass der Antrag auf jeden Fall frühzeitig gestellt werden sollte, damit das Bauvorhaben pünktlich startet.

Die Landesbauordnung Brandenburg sieht für sogenannte geringfügige Bauvorhaben oder auch Nutzungsänderungen, durch die keine neuen Anforderungen an das Bauwerk entstehen, Ausnahmen vor. Allerdings können hier noch spezielle Gemeindesatzungen greifen.

Eine Vorabinformation ist also auf jeden Fall zu empfehlen. Möchten Sie eine Garage in Brandenburg errichten, brauchen Sie nach § 61 BbgBO keinen Bauantrag erstellen, wenn das Gebäude folgende Voraussetzungen erfüllt:

  • Die Garage ist oberirdisch, auf dem gleichen Baugrundstück wie das Wohngebäude errichtet und überschreitet eine Grundfläche von 50 m² nicht.
  • Im Rahmen eines gültigen Bebauungsplans dürfen oberirdische, eingeschossige Garagen bis zu einer Grundfläche von 150 m² ohne Baugenehmigung errichtet werden.

Auch eine Garage ohne Baugenehmigung muss in Brandenburg den geltenden baurechtlichen Vorschriften entsprechen und gemäß eventuell vorhandener Gemeindesatzungen errichtet werden. Die Bauordnung sieht außerdem die Möglichkeit vor, die Garage über das Bauanzeigeverfahren oder das vereinfachte Genehmigungsverfahren zu beantragen. Dies geschieht auf Wunsch des Bauherrn.

Die Gemeinden können nach § 87 BbgBO örtliche Bauvorschriften erlassen, die auch die Errichtung von Garagen betreffen. So kann die Herstellung von Garagen und Stellplätzen untersagt oder eingeschränkt werden, wenn dies aus Gründen der Verkehrslage, der Wirtschaftspolitik oder aus städtebaulichen Gründen gerechtfertigt ist. Dann müssen allerdings ausreichend Stellplätze in der Nähe vorhanden sein.

Überschreitet eine Garage die maximal zulässigen Abmessungen für die Genehmigungsfreiheit in Brandenburg, muss ein Bauantrag eingereicht werden. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn eine Garage mit Einliegerwohnung oder zusätzlicher Werkstatt geplant ist. Für diesen Fall müssen alle Vorgaben der rechtlichen Verordnungen erfüllt werden wie sie sich aus Bauordnung und Bauvorlagenverordnung ergeben.

Planen Sie ohnehin ein neues Einfamilienhaus, sollten Sie genehmigungspflichtige Garagen auf jeden Fall gleich mitbeantragen und zwar auch dann, wenn Sie die Bauausführung erst zu einem späteren Zeitpunkt planen.

Die Baugenehmigung gilt ab Erteilung für einen Zeitraum von vier Jahren. Sie haben also ausreichend Zeit. Reicht diese nicht aus, kann die Geltungsdauer des Antrags um bis zu zwei weitere Jahre verlängert werden.

Die Landesbauordnung für Brandenburg (BbgBO) und andere Regelwerke

Das bundesweit rechtskräftige BauGB (Baugesetzbuch) regelt die Grundlagen der Errichtung von Bauwerken. Weiterhin sind verschiedene andere Verordnungen und Gesetze zu beachten.

Dazu gehört nicht nur die Bauordnung von Brandenburg, sondern auch die Verordnung über Vorlagen und Nachweise in bauaufsichtlichen Verfahren im Land Brandenburg (Brandenburgische Bauvorlagenverordnung – BbgBauVorlV) sowie die Brandenburgische Verordnung über den Bau von Garagen und Stellplätzen und den Betrieb von Garagen (Brandenburgische Garagen- und Stellplatzverordnung – BbgGStV).

In dieser Verordnung sind genaue Regelungen für Garagen und Stellplätze definiert. Diese sind auch für genehmigungsfreie Garagen in Brandenburg gültig. Schließlich sind auch die Technischen Baubestimmungen zu beachten.

Die Sammlung von Normen und Richtlinien bestimmt, wie einzelne Bauteile ausgeführt werden müssen und welche Konstruktionsgrundlagen allgemein gelten. Nur wenn alle Regelungen eingehalten werden, ist ein Bauwerk überhaupt genehmigungsfähig, bzw. ist dessen Errichtung und Nutzung zulässig.

Garagen werden häufig auf Grundstücksgrenzen gebaut, dann kann unter Umständen auch das Nachbarrechtsgesetz von Brandenburg herangezogen werden.

Das Landesbauordnung Brandenburg

Garagen sind laut § 2 BbgBO Gebäude oder Gebäudeteile, die zum Abstellen von Kraftfahrzeugen geeignet sind. Hier wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass für Ausstellungs-, Verkaufs-, Werk- und Lagerräume für Kraftfahrzeuge nicht die Nutzung als Garage deklariert wird. Fertiggaragen zählen zu den Bauprodukten.

Die Bauvorlagenverordnung Brandenburg (BbgBauVorlV)

Die Verordnung über Vorlagen und Nachweise in bauaufsichtlichen Verfahren im Land Brandenburg bestimmt, wie Bauvorlagen auszusehen haben und wie sie definiert sind. Im § 2 ist festgelegt, dass Bauvorlagen in der Menge und Form eingereicht werden müssen, dass die zuständige Genehmigungsbehörde das Bauvorhaben vollständig beurteilen und bearbeiten kann.

Auch Nachweise zur Standsicherheit oder Nachweise für die Energieeinsparung gelten als Bauvorlagen und das auch dann, wenn sie nicht bei der Baubehörde eingereicht werden müssen.

Bauvorlagen müssen über viele Jahre aufbewahrt werden und deshalb bestimmte Anforderungen an Form und Haltbarkeit erfüllen. Die Bauvorlagenverordnung bestimmt hier allgemein folgende Regelungen:

  • Bauvorlagen müssen aus alterungs- und lichtbeständigem Papier bestehen und im Format DIN A 4 eingereicht werden. Pläne müssen auf das gleiche Format gefaltet werden.
  • Zusätzlich ist eine Einreichung in elektronischer Form im PDF-Format gefordert. Innerhalb der PDF-Dateien sind Dateianlagen nicht zulässig.

Wichtige Bauvorlagen sind zum Beispiel Lageplan, Bauzeichnungen, Baubeschreibung und Standsicherheitsnachweis. Ist kein Bauantrag erforderlich, müssen auch keine Unterlagen eingereicht werden.

Die brandenburgische Garagenverordnung (BbgGStV)

In der Garagenverordnung von Brandenburg ist der Begriff der Garage definiert, weiterhin sind dort verschiedene Vorgaben zum Standort und zu den einzelnen Bauteilen gemacht. Der 3 1 BbgGStV schreibt folgendes vor:

„(1) Garagen sind Gebäude oder Gebäudeteile zum Abstellen von Kraftfahrzeugen.

(4) Offene Garagen sind Garagen, die unmittelbar ins Freie führende unverschließbare Öffnungen in gegenüberliegenden Wänden in einer Größe von insgesamt mindestens einem Drittel der Gesamtfläche der Umfassungswände haben. Stellplätze mit Schutzdächern und ohne Wände (Carports) sind offene Garagen.

(5) Geschlossene Garagen sind Garagen, die die Voraussetzungen des Absatzes 4 nicht erfüllen.

(6) Oberirdische Garagen sind Garagen, deren Deckenoberkante im Mittel mehr als 1,40 m über der Geländeoberfläche liegt.“

Die Einteilung von Garagen erfolgt in Bezug auf ihre Grundfläche. Dabei gilt:

  • Kleingaragen sind Garagen mit maximal 100 m² Grundfläche.
  • Mittelgaragen besitzen eine Grundfläche zwischen 100 und 1.000 m².
  • Als Großgaragen werden Garagen mit einer Grundfläche von mehr als 1.000 m² bezeichnet.

Zur Nutzfläche einer Garage zählen alle miteinander verbundenen Flächen innerhalb der Garage und vorhandene Verkehrsflächen. Nicht zur Nutzfläche zählen Einstellplätze auf Dächern und die zugehörigen Verkehrsflächen.

Für die einzelnen Bestandteile der Garage sieht die Garagenverordnung in Brandenburg in jeweils separaten Paragrafen ebenfalls verschiedene Regelungen vor:

  • Zwischen Garage und der Fahrbahn öffentlicher Verkehrsflächen muss ein Abstand von mindestens 3 m vorliegen.
  • Ein Einstellplatz innerhalb einer Garage muss mindestens eine Abmessung von 2,30 m Breite und 5,0 m Länge besitzen.
  • Die lichte Höhe einer Garage muss mindestens 2,0 m betragen.
  • Tragende Wände in ausschließlich als Kleingarage genutzten Gebäuden müssen aus feuerhemmenden oder nicht brennbaren Gebäuden bestehen.
  • Die Vorschriften für tragende Bauteile gelten nicht, wenn die Kleingarage in einem Gebäude ohne Aufenthaltsräume und ohne besondere Anforderungen liegt oder an ein Gebäude mit Aufenthaltsräumen grenzt, dessen Außenwand feuerhemmend ausgeführt ist.

Grundsätzlich gilt außerdem, dass Sie Ihr Kraftfahrzeug nicht in anderen Räumen als Garagen abstellen dürfen.

Das brandenburgische Nachbarrechtsgesetz

Das Brandenburgisches Nachbarrechtsgesetz (BbgNRG) spielt für die Garage dann eine Rolle, wenn diese auf die Grenze zum Nachbargrundstück gebaut wird. Als Grenzwand zählt die unmittelbar auf der Grundstücksgrenze errichtete Garagenwand. Der Bau muss dem Nachbarn zwei Monate vor der Ausführung angezeigt werden.

Sind Arbeiten an der Wand nötig, die sich nur vom Nachbargrundstück aus durchführen lassen, muss dieser dies gemäß dem Hammerschlags- und Leiterrecht aus dem Abschnitt 5 des Gesetzes zulassen.

Die Erlaubnis betrifft das Betreten des Grundstücks, die Aufstellung eines Gerüstes und die erforderlichen Baustoffe an die Baustelle zu bringen. Wer ein Grundstück so benutzt, muss für die Zeit der Benutzung eine Nutzungsentschädigung bezahlen.

Garagen und Grenzbebauung

Hinsichtlich der Abstandsflächen gelten in Brandenburg folgende Regelungen für Garagen:

  • Garagen dürfen in die Abstandsflächen von Gebäuden bzw. ohne eigene Abstandsflächen auch dann errichtet werden, wenn sie nicht an die Grenze gebaut werden.
  • Entlang einer Grenze darf die Garage bis auf eine Länge von 9 m angebaut werden, insgesamt darf die an die Grenze gebaute Wandlänge 15 m nicht überschreiten.

Die genannten Regelungen aus dem § 6 BbgBO gelten für genehmigungsfreie Garagen deren mittlere Wandhöhe 3 m nicht überschreitet und bei denen die Dachneigung einen Winkel von maximal 45 Grad besitzt.

Vorabinformation für Planungssicherheit

Nur dann, wenn alle erforderlichen Informationen für ein Bauvorhaben vorliegen, besteht ausreichende Planungssicherheit. Deshalb sollten Sie sich vor dem Baubeginn gründlich darüber informieren, ob Ihre Garage auch wirklich genehmigungsfrei errichtet werden kann.

Ebenso wichtig ist, ob in den örtlichen Satzungen der Kommunen besondere Anforderungen an den Bau der Garage gestellt werden. Übergeben Sie das Vorhaben an einen Planer, dann ist dieser in der Regel dafür zuständig, die nötigen Informationen einzuholen und alle relevanten Rechtsvorschriften und Bestimmungen bei Planung und Bau zu beachten.